XLStatik.de / Bautabellen / Expositionsklassen nach EC2-DE
Rev.2 vom 12.12.2016
KlasseBeschreibung der UmgebungBeispiele für die Zuordnung (informativ)min C 1)
1 Kein Korrosions- oder Angriffsrisiko
XC0 Für Beton ohne Bewehrung
oder eingebettetes Metall:
alle Umgebungsbedingungen,
ausgenommen Frostangriff
mit und ohne Taumittel,
Abrieb oder chemischen Angriff.

Für Beton mit Bewehrung
oder eingebettetem Metall:
sehr trocken
Fundamente ohne Bewehrung ohne Frost;
Innenbauteile ohne Bewehrung;




Beton in Gebäuden mit sehr geringer Luftfeuchte
(RH ≤ 30 %)
C12/15
2 Bewehrungskorrosion, ausgelöst durch Karbonatisierung
XC1 Trocken oder ständig nass Bauteile in Innenräumen mit üblicher Luftfeuchte
(einschließlich Küche, Bad und Waschküche in Wohn-
gebäuden); Beton, der ständig in Wasser getaucht ist
C16/20
XC2 Nass, selten trocken Teile von Wasserbehältern;
Gründungsbauteile
C16/20
XC3 Mäßige Feuchte Bauteile, zu denen die Außenluft häufig oder ständig
Zugang hat, z. B. offene Hallen; Innenräume mit
hoher Luftfeuchtigkeit, z. B. in gewerblichen Küchen,
Bädern, Wäschereien, in Feuchträumen von Hallenbädern
und in Viehställen; Dachflächen mit flächiger Abdichtung;
Verkehrsflächen mit flächiger unterlaufsicherer Abdichtung b)
C20/25
XC4 Wechselnd nass
und trocken
Außenbauteile mit direkter Beregnung C25/30
3 Bewehrungskorrosion, ausgelöst durch Chloride, ausgenommen Meerwasser
XD1 Mäßige Feuchte Bauteile im Sprühnebelbereich von Verkehrsflächen;
Einzelgaragen; befahrene Verkehrsflächen mit
vollflächigem Oberflächenschutz b)
C30/37 2)
XD2 Nass, selten trocken Solebäder; Bauteile, die chloridhaltigen
Industrieabwässern ausgesetzt sind
C35/45 2)
XD3 Wechselnd nass und trocken Teile von Brücken mit häufiger Spritzwasser-
beanspruchung; Fahrbahndecken;
befahrene Verkehrsflächen mit rissvermeidenden
Bauweisen ohne Oberflächenschutz oder ohne
Abdichtung bb; befahrene Verkehrsflächen mit
dauerhaftem lokalen Schutz von Rissen b) d)
C35/45 2)
4 Bewehrungskorrosion, ausgelöst durch Chloride aus Meerwasser
XS1 Salzhaltige Luft, kein unmittel-
barer Kontakt mit Meerwasser
Außenbauteile in Küstennähe C30/37 2)
XS2 Unter Wasser Bauteile in Hafenanlagen,
die ständig unter Wasser liegen
C35/45 2)
XS3 Tidebereiche, Spritzwasser-
und Sprühnebelbereiche
Kaimauern in Hafenanlagen C35/45 2)
5 Betonangriff durch Frost mit und ohne Taumittel
XF1 Mäßige Wassersättigung
ohne Taumittel
Außenbauteile C25/30
XF2 Mäßige Wassersättigung
mit Taumittel oder Meerwasser
Bauteile im Sprühnebel- oder Spritzwasserbereich von
taumittelbehandelten Verkehrsflächen, soweit nicht XF4;
Betonbauteile im Sprühnebelbereich von Meerwasser
C25/30 LP
C35/45
XF3 Hohe Wassersättigung
ohne Taumittel
offene Wasserbehälter;
Bauteile in der Wasserwechselzone von Süßwasser
C25/30 LP
C35/45
XF4 Hohe Wassersättigung
mit Taumittel oder Meerwasser
Verkehrsflächen, die mit Taumitteln behandelt werden;
Überwiegend horizontale Bauteile im Spritzwasserbereich
von taumittelbehandelten Verkehrsflächen;
Räumerlaufbahnen von Kläranlagen;
Meerwasserbauteile in der Wasserwechselzone
C30/37 LP
6 Betonangriff durch chemischen Angriff der Umgebung
XA1 Chemisch schwach
angreifende Umgebung
Behälter von Kläranlagen; Güllebehälter C25/30
XA2 Chemisch mäßig angreifende
Umgebung und Meeresbauwerke
Betonbauteile, die mit Meerwasser in Berührung kommen;
Bauteile in betonangreifenden Böden
C35/45 2)
XA3 Chemisch stark
angreifende Umgebung
Industrieabwasseranlagen mit chemisch angreifenden
Abwässern; Futtertische der Landwirtschaft;
Kühltürme mit Rauchgasableitung
C35/45 2)
NA.7 Betonkorrosion infolge Alkali-Kieselsäurereaktion
WO Beton, der nach normaler Nach-
behandlung nicht längere Zeit
feucht und nach dem Austrocknen
während der Nutzung weitgehend
trocken bleibt.
Innenbauteile des Hochbaus; Bauteile, auf die Außenluft,
nicht jedoch z. B. Niederschläge, Oberflächenwasser,
Bodenfeuchte einwirken können und/oder die nicht
ständig einer relativen Luftfeuchte von mehr als
80 % ausgesetzt werden.
WF Beton, der während der Nutzung
häufig oder längere Zeit feucht ist.
Ungeschützte Außenbauteile, die z. B. Niederschlägen,
Oberflächenwasser oder Bodenfeuchte ausgesetzt sind;
Innenbauteile des Hochbaus für Feuchträume, wie z. B.
Hallenbäder, Wäschereien und andere gewerbliche
Feuchträume, in denen die relative Luftfeuchte über-
wiegend höher als 80 % ist; Bauteile mit häufiger
Taupunktunterschreitung, wie z. B. Schornsteine,
Wärmeübertragerstationen, Filterkammern und Viehställe;
Massige Bauteile gemäß DAfStb-Richtlinie
„Massige Bauteile aus Beton“, deren kleinste Abmessung
0,80 m überschreitet (unabhängig vom Feuchtezutritt).
WA Beton, der zusätzlich zu der
Beanspruchung nach Klasse WF
häufiger oder langzeitiger Alkali-
zufuhr von außen ausgesetzt ist.
Bauteile mit Meerwassereinwirkung; Bauteile unter
Tausalzeinwirkung ohne zusätzliche hohe dynamische
Beanspruchung (z. B. Spritzwasserbereiche, Fahr-
und Stellflächen in Parkhäusern);
Bauteile von Industriebauten und landwirtschaftlichen
Bauwerken (z. B. Güllebehälter) mit Alkalisalzeinwirkung.
b)
Für die Sicherstellung der Dauerhaftigkeit ist ein Instandhaltungsplan im Sinne der DAfStb-Richtlinie
„Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen“ aufzustellen.

c)
Grenzwerte für die Expositionsklassen bei chemischem Angriff XA sind in
DIN EN 206-1 und DIN 1045-2 angegeben.

d)
Für die Planung und Ausführung des dauerhaften lokalen Schutzes von Rissen gilt DAfStb-Richtlinie
„Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen“.

1)
Indikative Mindestfestigkeitsklassen nach Anhang E, Tabelle E.1DE. Siehe auch Fußnoten dort.

2)
Bei Verwendung von Luftporenbeton (LP), z. B. aufgrund gleichzeitiger Anforderungen aus der
Expositionsklasse XF, eine Betonfestigkeitsklasse niedriger.

ANMERKUNG 1
Die Zusammensetzung des Betons wirkt sich sowohl auf den Schutz der Bewehrung als auch auf den
Widerstand des Betons gegen Angriffe aus. Anhang E enthält indikative Mindestfestigkeitsklassen
für bestimmte Umgebungsbedingungen. Das kann dazu führen, dass für einen Beton eine höhere
Druckfestigkeitsklasse verwendet werden muss, als aus der Bemessung erforderlich ist. In solchen
Fällen ist in der Regel der Wert fctm der höheren Druckfestigkeitsklasse für die Berechnung der
Mindestbewehrung und der Begrenzung der Rissbreite (siehe 7.3.2 bis 7.3.4) zu übernehmen.

ANMERKUNG 2
Die Expositionsklasse XM wird in 4.4.1.2 (13) definiert.

ANMERKUNG 3
Die Feuchteangaben beziehen sich auf den Zustand innerhalb der Betondeckung der Bewehrung.
Im Allgemeinen kann angenommen werden, dass die Bedingungen in der Betondeckung
den Umgebungsbedingungen des Bauteils entsprechen. Dies braucht nicht der Fall zu sein,
wenn sich zwischen dem Beton und seiner Umgebung eine Sperrschicht befindet.

ANMERKUNG 4
Es gelten die informativen Beispiele für die Zuordnung nach DIN 1045-2 (hier integriert).

Grundlage: Frank Fingerloos, Josef Hegger, Konrad Zilch:
EUROCODE 2 für Deutschland, 2., überarbeitete Auflage 2016, Seite 40 ff (Tabelle 4.1)



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